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Das Psychose-Seminar
ist ein Projekt vom

Verein für Sozialpsychiatrie Thurgau

Das Psychoseseminar – was ist das?

Entscheidend beim Psychoseseminar ist die gleichzeitige Anwesenheit der voneinander unabhängigen 3 Gruppen – Psychoseerfahrene, Angehörige und Fachpersonen. Diese besondere Konstellation wirkt ausgleichend, entkräftet Vorurteile und öffnet neue Perspektiven. Die neue Kultur der Begegnung will die Selbstbestimmung fördern, nicht den hierarchischen Austausch von Informationen. Wichtig ist, dass das Psychoseseminar ausserhalb der psychiatrischen Einrichtung, auf neutralem Boden, stattfindet. Dies wirkt sich entlastend aus.

Die Themen werden gemeinsam festgelegt. Im Vordergrund steht der Austausch der subjektiven Wahrnehmung. Der Lernprozess ist wechselseitig. Das Psychoseseminar ist keine Therapie, hat jedoch eine therapeutische Wirkung.

Es begegnen sich überwiegend Menschen, die nicht füreinander verantwortlich und abhängig sind. Deshalb sollten der Psychoseerfahrene und der Angehörige dersel-ben Familie nicht gleichzeitig dasselbe Psychoseseminar besuchen. Über den Um-weg der Fremdheit gelingt Verständigung oft leichter: So kann zum Beispiel der psychoseerfahrene Sohn dem „fremden“ Vater viel besser abnehmen, dass er auch verzweifelt und voller Angst war.

Das erste Psychoseseminar fand in Hamburg im Winter 1989/90 statt. Aktive Mitgründerin war Dorothea Buck, eine psychoseerfahrene Frau, welche gemeinsam mit Thomas Bock (Psychologe) und einer Angehörigen das erste Psychoseseminar initiierte. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 130 Psychoseseminare. 1996 wurde in der Schweiz in Basel das 1. Psychoseseminar gegründet. Inzwischen sind es 10.

Das Psychoseseminar gibt es seit August 1999. Früher fand es im Katholischen Pfarreizentrum in Weinfelden statt, ab 2017 im „Trösch“, Begegnungszentrum, Hauptstrasse 42, Kreuzlingen. Jährlich werden 2 Zyklen zu je 4 Abenden durchgeführt. Kontaktadresse ist der Externe Psychiatrische Dienst Kreuzlingen.