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Das Psychose-Seminar
ist ein Projekt vom

Verein für Sozialpsychiatrie Thurgau

Das Psychoseseminar – was ist das?

Das erste Psychoseseminar fand in Hamburg im Winter 1989/90 statt. Aktive Mitgründerin war Dorothea Buck, eine psychoseerfahrene Frau, welche gemeinsam mit Thomas Bock (Psychologe) und einer Angehörigen das erste Psychoseseminar initiierte. In Deutschland gibt es inzwischen mehr als 130 Psychoseseminare. 1996 wurde in der Schweiz in Basel das 1. Psychoseseminar gegründet. Seither sind in der Schweiz und in Österreich zahlreiche weitere Seminare entstanden.

Entscheidend beim Psychoseseminar ist die gleichzeitige Anwesenheit der voneinander unabhängigen 3 Gruppenteilnehmer: Psychoseerfahrene, Angehörige und Fachpersonen. Diese trialogische Konstellation wirkt ausgleichend, entkräftet Vorurteile und öffnet neue Perspektiven. Im Gespräch miteinander soll ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden und dadurch die Selbstbestimmung der Erfahrenen gefördert werden. Es handelt sich explizit nicht um eine Weitergabe von Informationen durch Fachpersonen. Die Themen werden gemeinsam festgelegt und am nächstfolgenden Seminarabend diskutiert. So kann jede/r Teilnehmer/in sich darauf vorbereiten. Die Seminare finden einmal monatlich statt, an insgesamt 8 Abenden im Jahr. Im Vordergrund steht der Austausch der subjektiven Wahrnehmung, dadurch lernen wir voneinander und fördern das Verständnis für die unterschiedlichen Aspekte der Psychose. Die gegenseitige Wertschätzung ist ein zentrales Anliegen und dazu gehört auch, jeder Person zuzugestehen, dass es Abende gibt, in denen man einfach auch einmal nur zuhören möchte, ohne etwas sagen zu müssen, «nur» teilnehmen zu dürfen. Das Psychoseseminar ist keine Therapie, hat jedoch eine therapeutische Wirkung.